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Mobiation Project

Text Inga Schnepel Fotos Calanne Moroney & Inga Schnepel

Aus recycelten Materialien bauten Calanne und Geert ein zusammenfaltbares, kleines und mobiles Zuhause, das mobi-01. Im Rahmen des MOBIATION PROJECT wurde das mobi-01 zu einem Sinnbild für autarkes und nachhaltiges Leben auf wenigen Quadratmetern und zu einem Beispiel für einen temporären und offenen Raum im urbanen Kontext.

Es lebte einmal in einem regen flämischen Dorf ein kräftiger, wildäugiger junger Mann. Geert war sein Name. In ihm schlummerte das Gefühl, ein zu großer Fisch für das ­Becken zu sein, in dem er schwamm. Er war ein Tausend­sassa und ein Alleskönner. Während er durch die umliegenden Dörfer zog, ließ er seiner Kreativität freien Lauf, musizierte, malte und baute. Lange Zeit hatte ihm diese wilde Mischung in seinem Leben ausgereicht. Doch eines Tages – seine kurze Ehe war zerbrochen und sein Leben erneut in Bewegung – ­erinnerte er sich an seinen Kindheitstraum: Schon immer wollte er ein Haus bauen, das er in einen roten Koffer packen und an jedem Ort der Welt aufstellen könnte. Und so war für ihn die Zeit gekommen, etwas Neues zu beginnen.
Zur selben Zeit lebte oben im Norden eine junge Frau mit Namen Calanne. Sie fühlte sich mehr und mehr wie ein Fisch an Land, denn die Stadt, in der sie lebte, hatte ihr nichts mehr zu bieten. Sie überlegte, ob sie vielleicht nach Afrika auswandern oder besser noch, sich einen Van zulegen und unbeschwert dem Sonnenuntergang entgegenfahren solle. Ihr lang gehegter Wunsch, „Architektin“ zu sein, war in jedem Fall eine Fehlinterpretation gewesen. Im Großen und Ganzen war sie damit im Reinen. Doch nun war auch für sie die Zeit für etwas Anderes gekommen. Da sie ein durchaus geselliger Typ war, brauchte sie für ihr Vorhaben nur noch einen Komplizen – bevorzugt männlichen Geschlechts, denn Vorlieben sind nun einmal, was sie sind.

Auf neuen Wegen

Aus welchen Gründen die beiden in ihren Online-Profilen ­„Benelux“ als den Wohnort ihres möglichen Partners angaben, ist bis heute nicht geklärt. Doch die Kuppler im Netz nahmen sie beim Wort und so kam es, dass die junge Frau eines Tages auf den Jungen mit dem roten Koffer traf, und sie beschlossen, ihren Weg gemeinsam fortzusetzen.

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Calanne nannte sich selbst eine Anarchitektin. Vielleicht verwendete sie diese Bezeichnung aus einer dekonstruktiven Eitelkeit heraus, doch half es ihr dabei, sich abseits einer Branche zu positionieren, deren Gegebenheiten sie nicht länger akzeptieren wollte. Bei ihrem Vorhaben, sich aus den Klauen des Systems zu befreien, schien Geert ihr ein geeigneter Mittäter zu sein. Vielleicht war er jemand, mit dem sie träumen, sich antreiben und ihre eigene kreative Realität formen konnte.
Zu diesem Zeitpunkt dachten beide, dass sie ihre eigene Welt erschaffen und andere ermutigen würden, sie auf diesem Weg zu begleiten. Gemeinsam würden sie die Neorevolution einer verklärten, natürlichen Lebensweise, dazu passender Technologien und des neoprimitiven Post-Retro-Futurismus in die Welt hinaustragen. Für diesen Lebensstil brauchten sie nun noch ein geeignetes Gefährt, in dem sie leben und sich von Projekt zu Projekt treiben lassen wollten, bis sie eines Tages ein Stück Land finden und sesshaft werden würden.

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Das Gefährt

Zwei Jahre zogen ins Land, in denen sie akribisch am Design ihres zukünftigen Heims arbeiteten. Geert zog es vor, die Dinge unmittelbar anzupacken und schweigend vor sich hinzuarbeiten, während Calanne den verbalen und skizzenlastigen, kollaborativen Gestaltungsprozess bevorzugte. Neben diesen gravierenden Unterschieden in ihrer Methodik waren auch die Rahmenbedingungen, die sie sich selbst für den Gestaltungsprozess auferlegt hatten, zunehmend einschränkend: Ihr Gefährt sollte keine Reifen haben und keiner linearen Form folgen. Es sollte beweglich sein, aber auf eine nicht zu offensichtliche Weise, im Inneren so groß wie möglich und mit einem unbestimmten Raum nach außen. Auf nur wenigen Quadratmetern musste somit vieles kombiniert werden.
Eines Tages, als die beiden sich auf unterschiedlichen Kontinenten befanden, hielt Calanne eine Zeichnung in die Webcam. Geert war begeistert von ihrem Entwurf und das 3-D-Model, das sie ihm später schickte, bildete den Grundstein für die nächste Etappe auf ihrer Reise – aus einer Skizze musste nun ihr Nest, ihr Zuhause, ihr Mittelpunkt, ihre Höhle und ihr Podium gebaut werden – das mobi-01.
Sie begannen mit der Arbeit, entkernten einen alten Schiffscontainer und sammelten weggeworfene Baumaterialien. Das Bauen mit gebrauchten Materialien kostete sie zwar viel Zeit, doch letztendlich weniger Energie. Musste ein Bauteil gekauft werden, so war es zumeist aus natürlichen Materialien gefertigt. Einige Bauteile schnitten sie aus Stahl – so wie die Beine des mobi-01 –, andere wiederum frästen sie aus Holz – wie das Bett im Inneren. Die zwei Jahre, in denen sie am mobi-01 arbeiteten, waren eine intensive Zeit mit vielen Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten. Als sie schließlich nach einer Möglichkeit suchten, den unkonventionellen Regenschutz des mobi-01 zu testen, fanden sie sich mitten in einem vom ­Burning Man inspirierten Festival auf einer Brachfläche im Osten Amsterdams wieder.

Das Projekt

Trotz anfänglicher Überlegungen gab es keine klare Definition für das Ziel ihres Projektes, das sie „The Mobiation Project“ getauft hatten. In gewisser Weise sollte dies so bleiben, denn die Ziele entwickelten sich organisch aus den Reaktionen und Interaktionen mit den Menschen an den verschiedenen Standorten des mobi-01. Dennoch – soviel war klar – waren Calanne und Geert zum Rahmen für das Projekt geworden und eine Mentalität war entstanden. Der in seiner Bedeutung vielschichtige und erfundene Begriff „Mobiation“ umschrieb ihren Lebensstil und ihre Bedürfnisse, bettete diese in ein größeres Gebilde ein.
Sie gründeten für das Mobiation Project eine sogenannte „Stichting“, eine Rechtsform in den Niederlanden für soziale, kulturelle oder idealistische Projekte. Auf diese Weise verliehen sie ihrem Vorhaben – ohne zu wissen, was aus diesem einmal werden würde – mehr Glaubwürdigkeit und eine Art Körper für die Öffentlichkeit. Nun konnten sie das Projekt zumindest gedanklich aus ihrer alleinigen Obhut entlassen und öffneten gleichzeitig ihr Leben einer externen Prüfung und Steuerung. Für sie funktionierte es als ein mentales Konstrukt.
Tatsächlich war dies ein entscheidender Schritt, da er einen der wichtigsten Aspekte ihres Projektes definierte – nämlich, dass es um sie ging und um das, was sie taten, sozusagen um ihren Auftritt in verschiedenen Kontexten. Auf diese Weise wurde die Geschichte, die sie erzählten, für sie weniger persönlich und im gleichen Moment für die Zuschauer, das Publikum und die Personen, mit denen sie interagierten, sehr intim. Und dies war der Schlüssel des Ganzen.

Ideen der Mobiation

Seinen ersten Auftritt hatte das mobi-01 auf dem schon genannten Festival im Osten Amsterdams. An vier Wochenenden in Folge organisierten sie Workshops, Gespräche, Filmaufführungen, Konzerte und Theatervorstellungen, die sich auf Themen bezogen, denen sie sich verschrieben hatten: ­Low-Impact-Lifestyle, Rohkosternährung und Veganismus, Open-Source-Bewegung und DIY-Kultur, Recycling und Up­cycling sowie das Entstehen einer Basisbewegung. Mit jedem Besucher entwickelte sich ihre Geschichte weiter, wurde ausgestaltet und ausgearbeitet. Dies führte dazu, dass sie als nächsten Standort für das mobi-01 die Ausstellung „Urban Outsiders“ wählten und sich selbst uneingeschränkt als lebendiges Ausstellungsstück präsentierten.
Im Rahmen des Ausstellungsprogrammes richteten sie ein Kunstdinner aus, eine themenbezogene Soiree mit strukturierten Gesprächen und ausgesuchten Gästen. Thematisiert wurden temporäre urbane Entwicklungen, der Sinn von Pop-up-Projekten und die zeitweise Nutzung von sogenannten In-between-Spaces. Dies waren Ideen, die ­Calanne immer wichtig gewesen waren. Und so war auch ihre Abschlussarbeit an der Architekturschule nicht dem Erschaffen eines Bauwerkes an sich gewidmet, sondern vielmehr einer methodischen Anleitung zur Ermöglichung von Raum. Das mobi-01 war im Grunde genau dies – die Schaffung eines Raumes, der sich an seinen Standort anpassen konnte; seine Kulisse war ein authentisches kleines Zuhause, ein Vorläufer des „Tiny House Movement“. Vor allem aber war das mobi-01 ein offenes Zuhause, ein Podium für Diskussionen und Dialoge zu allen Aspekten, die das Wohnen mit sich bringt: der eigenen Ernährung, dem Energieverbrauch, den materiellen Besitztümern oder beispielsweise dem vorhandenen Lesestoff. All diese Themen waren im Fokus und konnten umgewandelt werden in einen spontanen Workshop zur Tempeh-Herstellung oder die Gestaltung eines Baumhauses, ein Treffen zur Errichtung eines Gemeinschaftsgartens, eine Lesegruppe oder eine ergreifende Diskussion über das Scheitern der Banken, die problematische soziale Situation und die Unsicherheiten unserer Zeit.

Der Mobiation zu Grunde lag die Sichtweise eines Überlebenskünstlers: Dazu gehörten das Leben abseits gesellschaftlicher Normen, eine minimale Interaktion mit dem gängigen Geldsystem und auch, vieles selbst zu machen, ob nun als Individuum, als kleiner Haushalt oder als Teil einer größeren Gemeinschaft. All dies innerhalb eines nomadischen Aufbaus umsetzen zu wollen, war ein extremes Vorhaben.
Das Sammeln und Pflücken essbarer Pflanzen in städtischen Parks und auf Grünflächen war Teil ihres Ernährungssystems. Zu diesem System zählten ebenso die Einrichtung einer Lebensmittelkooperative, der Anbau von Kräutern, das Kultivieren von Pilzen, die Herstellung von Tempeh, Miso, Kim-Chi, eingelegtem Gemüse, die Fermentation von Kombucha, das Brauen von Ingwerbier und das Backen von Broten – Sauerteigbroten, Sodabroten und ungesäuerte Broten. Das Thema Nahrung, die Herstellung und Zubereitung, das Essen an sich und auch die Debatte zu diesem Thema waren zentraler Bestandteil der Beziehung zwischen Calanne und Geert. Angesichts der Tatsache, dass das globalisierte Ernährungssystem an einem so hohen Prozentsatz des Ölverbrauches, an sozialen Ungleichheiten und an umweltbedingten Ungerechtigkeiten beteiligt ist, und vor dem Hintergrund, dass eine nachhaltige und bewusste Lebensweise die eigene Rolle in dieser versteckten Wahrheit anspricht, ist es nicht verwunderlich, dass die Mobiators zugleich auch radikale Foodies sind.

Die Ideen der Mobiation waren von Beginn an da, fanden sich in den ersten langen E-Mails von Calanne und Geert, in ihren Skizzen und gemeinsamen Visionen: Es ging dabei um ­Autarkie und um ausgeklügelte Lowtechlösungen. Sie wollten das Manuelle dem Automatischen immer vorziehen, wollten im mobi-01 Details integrieren, die vom Steam- und Dieselpunk inspiriert waren. Auch Recycling und DIY waren wichtige Themen für sie. Und nicht zuletzt wollten sie einen Rahmen für stetigen Wandel schaffen.
Bei der Mobiation ging es nicht ausschließlich um das Leben im mobi-01, obwohl es ihre Plattform und ebenso die sichtbare Manifestation des Projektes darstellte. Es ging nicht nur um solares Kochen, energiesparendes Wohnen, Urin separierende Komposttoiletten oder um das Konzept „Zeit statt Miete“. Es ging ebenso um den Dialog mit dem Kontext, um den Impuls von Selbstbestimmung und freiem Denken an der Basis und um die Einbringung kreativer Energie an jedem Ort. Es ging um das „Tun für uns selbst“ in einer Zeit, in der die Banken zusammenbrachen, Regierungen an Gunst verloren, Regime gestürzt wurden und die Leugner des Klimawandels an Einfluss verloren, in einer Zeit, in der die kollaborative Wirtschaft, die Sharing Economy, Open-Source-Ideen und 3-D-Druck-Welten aus den großen Subkulturen ans Tageslicht kamen.
Neben den Workshops, Vorträgen und all den praxisnahen, notwendigen und wundervollen Aktionen, die sie veranstalteten, fungierte das mobi-01 als Plattform für eine Debatte zu den aktuellen sozioökonomischen und politischen Problemen und – dies war noch wichtiger – zeigte Lösungsansätze auf. Genau darin bestand seine Kraft. Es war eine vorübergehende autonome Zone, ein Ort, an dem der einzige Druck darin bestand, sich zu engagieren, Ideen aufzuschnappen und dabei eine Tasse Tee zu trinken.

„While we say and seem to be uncategorisable, I can think of a few boxes to put us in. We are educated landless migrant workers, working for our board. We are neo-punk-vagabonds who eat organic-vegan-food and play electronic music. We’re post-nationalists.

But, we are firstly mobiators, builders, designers, ­makers… and the question of where we come from or where we live, is inconsequential. We are visionaries, rooted in reality.

Or…, you could see us as stubborn, indecisive and ­non-committal workaholic control-freaks with too many ideas and desires to carry out in our own lives, so we are forced to seek ways to inflict them on others.“

Calanne & Geert

In jedem Gespräch wollten sie – so entsprach es dem Wesen der Mobiators – ihr Gegenüber provozieren, bei ihm etwas auslösen und es ermutigen.
Das Projekt war eine Art Feldstudie. Eine der ursprünglichen Überlegungen im Gestaltungsprozess war, dass das mobi-01 Passanten dazu bringen sollte, sich zu fragen, was es eigentlich ist – es sollte nicht empörend sein, aber seltsam und nicht einzuordnen, so dass es eine Nachfrage rechtfertigte. Es sollte nicht kategorisierbar sein – so wie sie selbst und ihr Image es auch nicht waren –, wie eine zerstückelte Melodie verschiedener Subkulturen, mit Elementen des Anarchopunks, der Vollwerthippies, der Hightechgreenies, des Veganismus, der Preppers, des Antiestablishments und so weiter. Was Calanne und Geert untersuchten, war letztlich vielfältig und reichte vom autarken Leben im städtischen Raum, dem räumlichen Minimalismus, der Möglichkeit eines nomadischen Antikonsumdenkens, der Überlebensfähigkeit eines sozial engagierten Nomadismus, über die Reaktionen der temporären Nachbarn, dem Wesen und den Bestandteilen des sich zu Hause Fühlens, bis hin zum Beflügeln der Fantasie bezüglich der Möglichkeiten des selbstgeschaffenen, organischen Funktionalismus und vielem mehr.
Der Gedanke, einen (halb)öffentlichen Ort inmitten eines Stadtviertels zu besetzen und im Gegenzug den Raum, die Gegend oder die Gemeinschaft auf eine Weise zu beleben, die ihren Moment hin zu einem postkohlenwasserstoffhaltigen, postkapitalistischen und gerechteren gesellschaftlichen Gefüge antreibt, war ein wesentlicher Teil des Projektes und seine Motivation. Es handelte sich um eine wechselseitige Beziehung: Die Mobiators brauchten die Aufmerksam und die Kritik der Öffentlichkeit ebenso, wie sie selbst als Katalysator vor Ort benötigt wurden. Sie stellten in Frage, was sie taten, und bemerkten gleichzeitig, dass dies dem Mobiation Project Authentizität gab.

Ein neues Kapitel

Zwei intensive Jahre verbrachten Calanne und Geert in diesem temporären, öffentlichen Zustand. Dann erfuhr Calanne, dass sie im vierten Monat schwanger war – eine besondere Ironie angesichts ihrer lautstarker Haltung zur Überbevölkerung, so dachte sie. Auch in jener Saison nahmen sie am Festival teil, zogen sich jedoch für den Winter und die Geburt ihres Sohnes auf das Gelände der Amsterdamsche ­Droogdok Maatschappij zurück, einer alteingesessenen Besetzergemeinschaft im Westen Amsterdams. Calanne begrüßte die alles umfassende Veränderung, die eine Mutterschaft mit sich bringen sollte. Gemeinsam beschlossen sie, Amsterdam zu verlassen und nach Afrika zurückzukehren.

Da das mobi-01 so konstruiert war, dass es zusammengefaltet in einen alten 20-Fuß-Seecontainer passte, wollten sie ihr Gefährt zusammen mit all ihren Habseligkeiten nach ­Afrika verschiffen. Doch es erwies sich als überaus schwierig, den Reedereien zu erklären, was das mobi-01 eigentlich war. So entstand der Plan, das mobi-01 zurückzulassen und stattdessen in Afrika ein mobi-02 zu bauen. Im Geiste des Immaterialismus wollten Calanne und Geert das mobi-01 bis zu ihrer Rückkehr demjenigen überlassen, der ihnen eine besonders gute Geschichte erzählen konnte. Wie sie im Nachhinein erfuhren, hatte niemand diese Aufgabe wirklich ernst genommen und so wurde ihnen nur eine einzige Geschichte vorgetragen. Doch diese Geschichte gefiel ihnen, denn sie erzählte von guten Menschen, die ihrem Herzen folgten. Und so zog das mobi-01 von Amsterdam in den Osten der Niederlande, in eine kleine, autarke Gemeinschaft von Festival- und Theaterleuten.
Die folgenden zwei Jahre verbrachten die Mobiators rastlos in der Hitze Südafrikas, Swasilands und Angolas. Während dieser Zeit entdeckten sie bei ihren Recherchen einen zum Verkauf stehenden, alten Fabrikkomplex in der Normandie und Pläne für eine völlig andere Interpretation des ­Low-Impact-Lifestyles wurden geschmiedet. Und so beendeten sie ihren nomadischen Lebensstil und zogen zusammen mit einigen anderen Kunstschaffenden und Foodies aufs Land nach Frankreich.
Während es in den ersten Jahren des Mobiation Project darum ging, sich in der Nachbarschaft ahnungsloser Mitmenschen einzunisten, geht es beim Mobiation Project 2.0 nun darum, die Welt auf ihre eigene Spielwiese – eine offene Werkstatt und eine kleine Farm – zu bringen. Doch sicher ist, Calanne und Geert werden auch in Zukunft an kleinen, autarken Konstruktionen tüfteln und ihre Botschaft verbreiten.

„What was, is, the Mobiation Project? Their life on display; their choices made transparent. The most honest answer is, that it is and was their way of dealing with the world around them… it was their reaction.“

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